Tipps für Hochschullehrende

Tipp des Monats

Auf dieser Seite finden Sie seit Februar 2016 monatlich einen Tipp zu diversitätsgerechter und –orientierter Hochschullehre. Gerne veröffentlichen wir auch Ihren persönlichen Tipp oder greifen eine Ihrer Fragestellungen in dieser Rubrik auf.

Die Entwicklung einer diversitätsorientierten Universitätskultur setzt voraus, dass vielfältige Bedürfnisse, Voraussetzungen und Ansprüche auch in der universitären Lehre und in Prüfungssituationen berücksichtigt werden. Mit unseren Tipps möchten wir erste praktische Anregungen bieten und zur Reflexion des Themas anregen. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Juni 2017 – Sexuelle Orientierung und Identität

Innerhalb der in den vergangenen Jahren an der JGU geführten Diskussionen um Diversität an der Universität, im Speziellen in der Lehre, kam wiederholt die Frage auf, inwieweit die Diversitätsdimensionen sexuelle Identität und Orientierung Gegenstand universitärer Diversitätsaktivitäten sein sollten. Mit einem gewissen Unbehagen wurde gelegentlich konstatiert, dass dies Privatangelegenheit einer jeden Person und damit im Kontext universitärer Lehre zu vernachlässigen sei. Während Heterosexualität und die binäre Geschlechterordnung nach wie vor als Norm begriffen werden, werden Homosexualität, Bisexualität, Trans* und Inter* zumeist als Abweichungen von dieser Norm verstanden. Dies äußert sich nicht erst in einer offenen Ablehnung queerer Lebensweisen, sondern schon darin, dass sie in Texten, Bildern, alltäglichen Interaktionen einfach unberücksichtigt bleiben. Es äußert sich auch darin, dass z.B. Schwul- oder Lesbischsein im Alltag immer noch als Charakteristikum benannt werden. Als Lehrende*r können Sie hier einen Beitrag leisten, indem Sie:

  • homophobe und transfeindliche Äußerungen oder Handlungen in Ihren Lehrveranstaltungen unterbinden;
  • sich bewusstmachen, dass achtlos daher gesagte Bemerkungen oder Witze ausgrenzend und belei-digend wirken können;
  • sich bewusstmachen, dass etwa 4% Ihrer Studierenden homosexuell und 6% bisexuell sind, dass etwa 1% der Studierenden sich weder als männlich, noch als weiblich bezeichnet;
  • insofern das möglich ist, homosexuelle und Transgenderthemen anbieten;
  • in persönlichen Gesprächen auf heteronormative Zuschreibungen verzichten;
  • transidente Personen mit dem selbstgewählten Namen ansprechen/-schreiben.
Mai 2017 - Exkursionen

Exkursionen sind Bestandteil zahlreicher Studiengänge. Für Menschen mit Behinderung, familiären Verpflichtungen, psychischen Erkrankungen, gesundheitlichen und finanziellen Einschränkungen können Exkursionen eine besondere Herausforderung sein. Auch Aspekte wie die Nationalität - und damit verbunden in etwa gesonderte Einreisebedingungen - das Geschlecht, die sexuelle Identität oder religiöse Bedürfnisse der Teilnehmenden können im Zusammenhang mit der Planung der Exkursion wichtig werden.

Ob ein- oder mehrtägige Veranstaltungen, in jedem Fall empfiehlt sich eine frühzeitige Planung ggf. auch unter Einbeziehung der Studierenden. Indem Sie Ihre Studierenden so ermutigen, die Exkursion mitzugestalten, geben Sie ihnen die Möglichkeit, besondere Bedürfnisse frühzeitig zu äußern auf die Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten reagieren können. Außerdem können Sie so möglichst frühzeitig einen Überblick über Profil, Fähigkeiten und individuelle Bedürfnisse Ihrer Exkursionsteilnehmer*innen gewinnen und die unterschiedlichen Perspektiven und  Hintergründe Ihrer Studierenden optimal einbeziehen.

Darüber hinaus profitieren alle davon, wenn Sie möglichst transparent kommunizieren, was Sie von den Studierenden erwarten, welches die Ziele der Exkursion sind, wie Sie Ihre Rolle sehen, welches Verhalten angemessen ist, ob bestimmte Kleidung notwendig ist, kulturelle Besonderheiten zu beachten sind, Gefahren und Risiken berücksichtigt werden müssen.

Die nachfolgende Checkliste soll Ihnen einige Anregungen geben, die in Hinblick auf die unterschiedlichen Hintergründe, Bedürfnisse und Fähigkeiten Ihrer Studierenden bei der Planung der Exkursion in Betracht gezogen werden könnten. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Wann findet die Exkursion statt (Schulferien, Feiertage – auch nicht-christliche)?
  • Wie ordnet sich das Vorhaben in das Exkursionsangebot des Faches ein? Gibt es zeitnahe Alternativen für Personen, die das Angebot aus finanziellen oder organisatorischen Gründen nicht wahrnehmen können?
  • Gibt es eine finanzielle Unterstützung (Freunde der Universität, DAAD)?
  • Kann notwendige Geländeausrüstung entliehen werden?
  • Welche Bestimmungen sehen die Einreisebedingungen des Ziellandes für unterschiedliche Nationalitäten vor?
  • Gelten im Zielland besondere Vorschriften oder Einschränkungen für bestimmte Personengruppen (z.B. Frauen, bestimmte Nationalitäten, Homosexuelle…)
  • Sind Unterkunft, Transportmittel, Exkursionsziele etc. barrierefrei?
  • Sind die Aktivitäten und Ruhezeiten in Hinblick auf die (körperliche) Belastbarkeit der Teilnehmenden angemessen geplant?
  • Sollten religiöse Bedürfnisse (z.B. Gebet, Nahrungsvorschriften, Feiertage…) berücksichtigt werden?
  • Wie ist es um die medizinische Versorgung vor Ort bestellt?
  • Besteht die Notwendigkeit für einen Notfallplan?
  • Besteht die Möglichkeit besondere Fähigkeiten der Teilnehmenden in die Planung einzubeziehen?
  • ....
April 2017 – Psychische Erkrankungen im Studium

Auch Studierende bleiben von psychischen Erkrankungen nicht verschont. Die Ursachen dafür sind sehr vielfältig und individuell. Sie beinhalten sowohl meist Stressfaktoren, die durch das Studium selbst bedingt sind, aber auch biologische und psychosoziale Ursachen. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass ca. 20 – 25 % der Studierenden unter psychischen Erkrankungen leiden (Bailer, Schwarz, Witthöft et al., 2008; Holm-Hadulla et al., 2009). Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse (2015) geben 44% der Studierenden in Deutschland an, sich durch das Studium deutlich gestresst zu fühlen. Weiter zeigte die Studie, dass sich dies nachweislich auch negativ auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirkt.

Die psychischen Beschwerden beziehen sich inhaltlich oft auf depressive Verstimmungen, allgemeine Leistungsprobleme, Ängste sowie belastende Lebenssituationen. Damit sich psychische Beeinträchtigungen nicht chronifizieren, ist eine schnelle Hilfestellung wichtig. Die psychotherapeutische Beratungsstelle der JGU (PBS) bietet den Studierenden die Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit, einen Termin für ein Erstgespräch zu bekommen. Dabei soll es zum einen zu einer ersten Entlastung kommen und zum anderen mithilfe einer ausführlichen Diagnostik eingeschätzt werden, wie weit das Ausmaß der Belastung reicht und welche Hilfestellung entsprechend notwendig ist. Je nach Bedarf können dann weitere Einzelgespräche im Umfang von bis zu 10 Sitzungen stattfinden. Da bestimmte Problembereiche bei Studierenden gehäuft vorkommen, hat die PBS ein Kursprogramm erstellt. In kleinen Gruppen ergibt sich dabei der Vorteil, dass die Studierenden durch die Kursleitung eine gezielte Anleitung zur Problembewältigung bekommen (z.B. „Prokrastination erfolgreich bewältigen“, „Selbstwert und Studium“, „Strategien gegen Redeangst“ etc.) und sich außerdem auch untereinander Tipps geben können. An dem Kursprogramm können alle Studierende der JGU teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt dabei über die Homepage (http://www.pbs.uni-mainz.de/). Zusätzlich gibt es inzwischen noch die Möglichkeit eine begleitete Online-Beratung zu den Themen „Prüfungsangst“ und „Schreibprobleme“ in Anspruch zu nehmen (http://www.pbs.uni-mainz.de/1017.php). Seit Oktober 2016 gibt es nun auch ein offenes Online-Beratungsprogramm zum Thema „Prüfungsangst“, das über Moodle für alle Studierenden der JGU frei zugänglich ist (http://www.pbs.uni-mainz.de/1016.php).

Die Anzahl der Studierenden, die sich an die Psychotherapeutische Beratungsstelle gewandt haben, ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Dies zeigt, dass ein solches Angebot immer mehr angenommen wird. Die Lehrkräfte können gerne auf die Angebote der PBS hinweisen, indem sie auf die Homepage verweisen oder Flyer der PBS auslegen. Durch die niederschwelligen Angebote soll den Studierenden der Zugang zu einer Hilfestellung möglichst leicht gemacht werden.

März 2017 –  diversitätsorientierte Lehre in großen Studierendengruppen

Auch die Lehre in großen Studierendengruppen bietet Ansatzpunkte und Möglichkeiten einer diversitätsorientierten Gestaltung. Dazu ist es nicht unbedingt notwendig, dass Sie über Detailkenntnisse hinsichtlich der tatsächlichen Diversitätsmerkmale innerhalb der Studierendengruppe verfügen. Vielmehr genügt ein Bewusstsein für die Tatsache, dass Ihre Studierenden divers (siehe Tipp Sep 16) sind und dass sich dies mehr oder weniger auf ihr Lernverhalten auswirkt. Schon mit minimalem Aufwand können Sie auch in großen Lehrveranstaltungen ein inklusiveres Lernklima schaffen, dass nicht nur bestimmten Personengruppen zu Gute kommt. Zum Beispiel, indem Sie:

  • sicherstellen, dass Sie von allen Anwesenden gesehen und gehört werden (z.B. auf ausreichende Beleuchtung achten, nicht vor Gegenlicht sprechen, ggf. ein Mikrofon benutzen);
  • in angemessenem Tempo und deutlich sprechen;
  • sich im Raum bewegen;
  • Augenkontakt zu den Studierenden aufbauen;
  • diskriminierungsfreie Sprache verwenden (siehe Tipp Apr 16);
  • auf stereotypisierende Darstellungen verzichten;
  • Generalisierungen vermeiden (Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, etc.);
  • Rückblicke auf vergangene Veranstaltungen einbauen;
  • Ausblicke auf die aktuelle oder zukünftige Sitzungen ermöglichen;
  • Transparenz in Bezug auf die Verortung des Themas innerhalb des Moduls gewährleisten;
  • schwierige Begriffe und Fachbegriffe erklären;
  • deutlich machen, dass Nachfragen willkommen sind;
  • das Unterrichtsmaterial zeitnah zur Verfügung stellen;
  • Präsentationen übersichtlich und kontrastreich gestalten

Auch aktivierende Methoden, wie kurze Unterbrechungen, Buzz-Groups, Abstimmungen, One-Minute-Paper, Sitzplatzwechsel können in großen Lehrveranstaltungen zum Einsatz kommen. Durch diese Methoden kann nicht nur die Aufmerksamkeit der Studierenden gesteigert, sondern auch der Kontakt und Austausch untereinander gefördert werden.

Februar 2017 - Diversitätsorientierte Studierendenbetreuung

Eine diversitätsorientierte Betreuung kann den Studienerfolg Ihrer Studierenden maßgeblich beeinflussen. Weiter unten an dieser Stelle hatten wir bereits organisatorische Aspekte einer diversitätsorientierten Studierendenbetreuung genannt. Neben diesen organisatorischen Aspekten spielt sich eine diversitätsorientierte Betreuung der Studierenden aber auch auf der sozialen Ebene ab.

Insbesondere für die hochschulischen Übergänge kann vermutet werden, dass Diversitätsaspekte einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Bewältigung dieser durch die Studierenden haben. Die  Übergänge vom Bachelor zum Master und vom Master zur Promotion können Sie als Lehrender mitgestalten. Neben der Beachtung von Grundsätzen einer ressourcen- und lösungsorientierten Beratung, können Sie zum Beispiel von Fall zu Fall Unterstützung signalisieren, indem Sie

  • Ihre Studierenden dazu ermutigen einen Auslandsaufenthalt wahrzunehmen, ein Praktikum zu absolvieren oder an einem Forschungsprojekt mitzuwirken;
  • Ihre Studierenden gelegentlich darin bestärken, dass sie an der Universität genau richtig sind bzw. Ihnen Feedback zu Ihrer persönlichen Entwicklung anbieten;
  • flexibel auf die persönlichen Voraussetzungen der Studierenden eingehen;
  • auf universitäre Unterstützungsmöglichkeiten hinweisen;
  • für Sie selbstverständliches Wissen über zum Beispiel den Weg in die Wissenschaft nicht als gegeben voraussetzen;
  • sich bewusst sind, dass Ihr Gegenüber unter Umständen aufgeregt, verunsichert, nervös…ist, da eine solche Situation nicht zu seiner/ihrer alltäglichen Routine gehört;
  • keine pauschalisierenden, kategorisierenden, abwertenden Aussagen treffen z.B. „Sie sollen studieren und nicht arbeiten“, „Sie sind ohnehin nicht für eine Wissenschaftskarriere geeignet“, „Sie sollten nicht so viel feiern am Wochenende“….
  • Potenzielle Nachwuchswissenschaftler*innen zu einer Wissenschaftskarriere ermutigen;
  • Geeigneten Studierenden Hiwi-Stellen anbieten, auch wenn sie ungerade Wege zum und durch das Studium nehmen;
  • Kontakte in die scientific community anbieten.

Möglicherweise zeigen Sie dadurch Perspektiven auf, die für diese Person auf Grund äußerer Einflüsse oder ihrer Sozialisation undenkbar sind.  

Januar 2017 – Habitus

Bestellt und nicht abgeholt  so der Titel einer Veröffentlichung von Lars Schmitt – Professor für Soziologie an der Hochschule Düsseldorf, in der er detailliert auf Habitus-Struktur-Konflikte im Studium eingeht. Doch wie können Lehrende dazu beitragen, dass sich Studierende abgeholt oder willkommen fühlen? Welche ungeschriebenen Codes, Verhaltens- und Einstellungsmuster treffen an der Universität aufeinander? Welches sind die spezifischen Ex- und Inklusionsmechanismen des universitären Umfeldes/der eigenen Fachkultur?

Manch eine Verhaltensweise, die sich zunächst als mangelnde Studierfähigkeit, Begabung, Leistungsbereitschaft und kognitive Fähigkeiten darstellen mag, kann ebenso auf fehlende Vertrautheit mit dem akademischen Milieu und/oder der spezifischen Fachkultur zurückgeführt werden. Das universitäre Umfeld ist mehr oder weniger offen für die unterschiedlichen Dispositionen ihrer Mitglieder. So können beispielsweise eine unglückliche Ansprache von Ihnen als Lehrendem/r, passives Verhalten im Unterricht, fehlende Demonstration von Leistung, ein höheres Maß an Sicherheit- und Planbarkeitsbestrebungen Ausdruck einer Unsicherheit im Universitätsmilieu sein. Als Lehrende können Sie Ihre Studierenden nicht nur dabei unterstützen, sich in dieses einzufinden, sich ihrer und anderer Dispositionen und deren Effekte bewusst zu werden, sondern auch zu einer Minimierung exkludierender Faktoren beitragen.

 

Dezember 2016 –  Familienfreundliche Strukturen an der JGU

Hochschullehrende an Universitäten können durch ihre Haltungen, Bereitschaften und ihrem Handeln gegenüber Studierenden individuell dazu beitragen, dass diversitätsbewusste Perspektiven in Studium und Lehre realisiert werden. Mit Unterzeichnung der Charta „Familie in der Hochschule“ hat die JGU im September 2016 ihr Angebot als familiengerechte Hochschule festgeschrieben. Als Mitglied des Best Practice-Clubs „Familie in der Hochschule“ gehört unter anderem die Weiterentwicklung bestehender Maßnahmen zur bestmöglichen Unterstützung von Studierenden und Beschäftigten mit Aufgaben in der Familie.

Auszug aus der Charta (http://www.familie-in-der-hochschule.de/charta/charta-text):

STUDIENBEDINGUNGEN Wir schöpfen für Studierende mit Familienaufgaben die Gestaltungsspielräume in der Studien- und Prüfungsorganisation aus. Unsere Angebote tragen dazu bei, individuelle Lösungswege zu finden. Wir unterstützen einen zügigen Studienabschluss und helfen Studienabbrüche zu vermeiden.

Exemplarische Umsetzungsmöglichkeiten an der JGU:

  • Individuelle Handlungsspielräume in den Fachbereichen eröffnen (Betreuungszeiten/Pflegezeiten in CampusNet hinterlegen, Möglichkeit der Fehlzeitenerweiterung bspw. bei Schwangerenvorsorge von Studentinnen)
  • Frühzeitiges Abstimmen und evtl. Anpassen von Prüfungsterminen
  • Individuelle Absprachemöglichkeiten und Entzerrung des Prüfungsdrucks
  • Bei verpassten Prüfungen (zum Beispiel auf Grund von Schwangerschaft/Geburt) die Möglichkeit, die Prüfung durch eine kompakte Hausarbeit ersetzen zu können
  • Familienfreundliche Sprechstunden anbieten bzw. Möglichkeiten zur individuellen Sprechzeiten-Vereinbarung
  • Laborunterstützung für Studentinnen während Schwangerschaft und Stillzeit. Die Laborunterstützung ermöglicht es diesen, ihre Arbeiten im Labor fortzuführen, wenn sie diese aus medizinischen Gründen während Schwangerschaft und Stillzeit nicht selbst durchführen können
  • Mit Blended Learning/eLearning-Angeboten die Präsenzlehre durch internetgestützte Materialien, Aufgaben und Gruppenangebote bereichern.

Die zeitlichen und organisatorischen Bedürfnisse von Studierenden mit Familien-/Pflegeaufgaben unterscheiden sich stark von den Studierenden, die keiner Doppelbelastung ausgesetzt sind. Das Familien-Servicebüro an der JGU berät, informiert und unterstützt Lehrende gerne hinsichtlich einer familienfreundlichen Gestaltung der Lehrveranstaltungen. Weitere hochschulübergreifende Tipps finden Sie hier:

http://www.familie-in-der-hochschule.de/best-practices/handlungsmanuals

November 2016  –  Fehlerkultur

Eine offene und positive Fehlerkultur unterstützt diversitätsorientierte Lehre und fördert das Potenzial von Vielfalt. Dies bezieht sich sowohl auf Leistungs- wie auch auf Lernsituationen. Unterstützen  Sie Ihre Studierenden bei der Entwicklung eines konstruktiven Umgangs mit Fehlern – sowohl in der Interaktion als auch im Umgang mit den eigenen Fehlern. Dabei trägt Ihr Umgang mit Ihren Fehlern und den Fehlern der Studierenden maßgeblich zur Schaffung einer Atmosphäre bei, in der Fehler nicht in erster Linie als Makel oder Defizit beurteilt werden. Indem Sie eine differenzierte Fehleranalyse anbieten, ermöglichen Sie Ihren Studierenden, Fehler als eine Lernchance zu begreifen, sich bewusst mit Fehlern auseinanderzusetzen und sie zukünftig zu vermeiden. Je nach Kontext kann diese Fehleranalyse und Suche nach Lösungswegen auch in der Gruppe erfolgen.

Oktober 2016 – Barrierefreie Hochschuldidaktik

Bei konkreten Fragen zu barrierefreier Hochschuldidaktik berät die Servicestelle für barrierefreies Studieren der JGU. Eine der Voraussetzung inklusiver Didaktik ist, dass der uneingeschränkte Zugang zum Lehrraum ermöglicht wird. Um Studierende mit Mobilitätseinschränkung den Besuch Ihrer Lehrveranstaltung zu ermöglichen, sorgen Sie dafür, dass barrierefreie Räume genutzt werden und bspw. Exkursionen so geplant und durchgeführt werden, dass alle teilnehmen können. Machen Sie Ihre Studierenden auf die verschiedenen Angebote der JGU wie bspw. den Hilfsmittelpool, der von Studierenden mit Behinderung jederzeit genutzt werden kann oder den gesetzlich verankerten Nachteilsausgleich aufmerksam. Einschränkungen, die das Studieren erschweren, müssen nicht auf den ersten Blick sichtbar sein. Deshalb empfiehlt es sich, proaktiv Unterstützungsbereitschaft zu signalisieren.

Barrierefreiheit bedeutet nicht nur Mobilitätsbarrieren zu vermeiden, sondern auch die sprachliche und visuelle Verständlichkeit, insbesondere für Studierenden mit Hör- oder Sehbehinderung, zu gewährleisten. Vor Beginn einer Veranstaltung sollten auf ausreichende Lichtverhältnisse und Verständlichkeit (Nutzung eines Mikrofons) geachtet werden. Der Einsatz von unterschiedlichen Repräsentationsmedien veranschaulicht und erleichtert die Aufnahme des Lehrstoffs.

Veranstaltungsbegleitende oder –vorbereitende Materialien sollten Studierenden mit Behinderung rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus ist eine behindertengerechte Gestaltung der Unterlagen erforderlich. Dementsprechend sollten Bilder oder sonstige visuelle Informationen möglichst vermieden werden oder müssen zusätzlich textbasierte Beschreibungen enthalten. Bei pdf- Dateien sollte darauf geachtet werden, dass Textbausteine hier markiert, kopiert und in eine Textverarbeitungssoftware (z.B. Word) eingefügt werden können.

Achten Sie zusätzlich auf die Wahl und Zugänglichkeit der E-Learning Plattform, die Sie für Ihre Lehrveranstaltungsreihe nutzen möchten.

Die Korrektheit, Vollständigkeit und Aktualität von Lehrstoff, Lernmaterialien sowie weiteren Informationen auf der Plattform sind ebenso notwendig, damit die Vorbereitung sowie Nacharbeitung von Versäumtem gelingen kann.

Mehr

September 2016 – Vielfalt wahrnehmen

 Die Diversität der Studierenden in Lehr-/Lernsettings zu berücksichtigen und für den Lernprozess zu nutzen setzt voraus, dass man sie und die ggf. damit verbundenen Folgeeffekte adäquat wahrnimmt. Nicht alle Diversitätsaspekte, die einen Einfluss auf das Studier- und das Lernverhalten haben sind jedoch auf den ersten Blick wahrnehm- bzw. sichtbar. Zudem ist unser Blick darauf häufig eher defizitorientiert und durch stereotypisierende Zu- bzw. Abschreibungen charakterisiert. Aus diesem Grund ist es von den betreffenden Personen vielfach gar nicht erwünscht, dass sie wahrgenommen werden. Und schließlich mögen manche Diversitätsaspekte auf den ersten Blick wenig oder gar keine Implikationen für den gegenwärtigen Lehr-/Lernprozess haben.

Bundesweite Erhebungen, wie zum Beispiel die 20. Sozialerhebung des Deutschen Studierendenwerks  oder der Studierendensurvey, geben einen ersten Überblick über die Zusammensetzung der Studierenden an deutschen Hochschulen. Der Frage inwieweit diese Ergebnisse für die JGU gelten, versuchen wir uns durch die Entwicklung eines Diversity-Monitorings zu nähern.

Zugang zur Diversität Ihrer Studierenden kann Ihnen zum Beispiel dadurch gelingen, dass Sie:

  • die Vorerfahrungen der Teilnehmenden in Hinblick auf den Lehrgegenstand abfragen,
  • signalisieren, dass innerhalb der Lehrveranstaltung  ein multiperspektivischer Blick auf den Lehrgegenstand/das Fachgebiet durchaus erwünscht ist,
  • sich nach den Lebenshintergründen Ihrer Studierenden erkundigen,
  • die Studierenden bitten zu schildern, warum Sie sich für dieses Studienfach entschieden haben,
  • den Studierenden die Möglichkeit bieten, Ihnen zu schildern, warum sie eine positive Beurteilung verdienen,
  • die Studierenden dazu animieren nach Gemeinsamkeiten zu suchen….

Die Möglichkeiten sind zahlreich und je nach Fachkultur und Größe der Lehrveranstaltung können dafür auch unterschiedliche Methoden und Formate eingesetzt werden. Wesentliche Voraussetzung sind die der Freiwilligkeit und der Gewährleistung eines  geschützten Raumes (siehe Willkommenskultur/ diskriminierungsfreie Lehre).

August 2016 – Geschlechtergerechte Lehre

Lehrende können einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Stereotypen über Geschlecht und daraus resultierenden Benachteiligungen leisten. Reflektierte Studierende entwickeln entsprechende Kompetenzen und geben diese in verschiedene gesellschaftliche Bereiche weiter (z.B. in Schulen, die medizinische Versorgung/klinische Forschung etc.). Persönliche Beratung zu geschlechtergerechter Lehre erhalten Sie im Büro für Gleichstellung und Frauenförderung der JGU.

Vor der Veranstaltung:

  • Verwenden Sie Forschungsliteratur und -ergebnisse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gleichermaßen.
  • Überlegen Sie sich, ob es Möglichkeiten gibt, das Seminarthema durch Erkenntnisse der Gender-Studies zu bereichern, z.B. geschlechtsbezogene Gesundheitsforschung ,Sozialisation, Literatur-wissenschaften...

Während der Veranstaltung:

  • Thematisieren Sie Ihre jeweilige Fächerkultur und darin enthaltene Stereotype, regen Sie die Studierenden zur Auseinandersetzung darüber an. Beispielsweise über die Unterrepräsentanz von Frauen in der Physik gegenüber ihrer hohen Anzahl in der Pharmazie/Pädagogik, Karriereverläufe im beruflichen/wissenschaftlichen Feld von Frauen und Männern etc.
  • Achten Sie darauf, dass Sie die Redebeiträge von Frauen und Männer gleichermaßen berücksichtigen, motivieren Sie auch stillere Studierende zur Mitarbeit und achten Sie auf geschlechterheterogen zusammengesetzte Arbeitsgruppen.
  • Tolerieren Sie keinerlei Grenzverletzungen, Übergriffe und Sexismen unter Ihren Studierenden und thematisieren Sie Regeln des partnerschaftlichen Miteinanders. Haben Sie selbst im Rahmen Ihrer Lehrformate und Lehrverhältnisse ein Bewusstsein für Grenzsituationen sowie Achtsamkeit und Respekt im Umgang mit Studierenden und ihren Grenzen.
  • Nutzen Sie selbst geschlechtergerechte Sprache, thematisieren Sie den Einfluss von Sprache.
  • Übertragen Sie das theoretische Wissen über Gender mittels Übungen und Diskussionen auch auf Alltagssituationen der Studierenden.

Weiterlesen:

Vorschläge zur Integration von Lehrinhalten der Genderforschung in die Curricula von Studienfächern: http://www.gender-curricula.com/gender-curricula-startseite/

Landeskonferenz der hessischen Hochschulfrauenbeauftragten (LaKoF): GENDER kompetent. Gender in der Lehre hessischer Hochschulen. Beispiele – Handlungsfelder – Perspektiven http://www.uni-frankfurt.de/52254916/Broschuere-GENDERkompetent.pdf

Geschlechtergerechte Sprache: http://www.frauenbuero.uni-mainz.de/2910.php

Juli 2016 – Betreuung von Studierenden (organisatorische Perspektive)

Eine diversitätsorientierte Betreuung kann den Studienerfolg Ihrer Studierenden maßgeblich beeinflussen. Auch wenn die Zeit für einen intensiveren regelmäßigen Austausch mit Ihren Studierenden oft nicht ausreicht, können bereits einige organisatorische Aspekte förderlich sein.

Entscheidende Weichen können Sie stellen, indem Sie Ihre Studierenden aktiv darüber informieren, wann sie in welcher Form mit welchen Fragen auf Sie zukommen können und sollten und in welchem Zeitraum sie eine Reaktion von Ihnen erwarten dürfen. Wenn Sie feste Sprechzeiten haben, überlegen Sie, ob diese Sprechzeiten z.B. auch für studierende Eltern oder berufstätige Studierende realisierbar sind und ob hier ggf. Alternativen (Skype, Mail, Telefon, soziale Medien) denkbar sind. Dieses Angebot kann auch für Menschen, die beispielsweise durch eine Krankheit oder Behinderung in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, einen Gewinn darstellen. Das gleiche gilt für Sprechstunden, die abgesagt werden müssen. Um längere Wartezeiten für alle zu minimieren kann es sich anbieten, individuelle Termine zu vereinbaren bzw. die Sprechstunde zu takten.

Je nach Befindlichkeit, Sozialisation, Erstsprache oder kulturellem Hintergrund kann es vorkommen, dass ein persönliches Gespräch mit einem Dozenten/einer Dozentin eine besondere Herausforderung oder eine besondere Situation für Ihre Studierenden darstellt. Hier hilft es zum Beispiel, für eine störungsfreie Atmosphäre zu sorgen; sich zu erkundigen ob das Gegenüber wünscht, dass die Tür geöffnet bleibt; eventuelle Vereinbarungen kurz schriftlich festzuhalten; bei der Begrüßung kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen; Sinn und Zweck des Gesprächs kurz zu erörtern bzw. ein gemeinsames Ziel für das Gespräch zu vereinbaren. In verschiedenen Zusammenhängen kann es wertvoll sein, die unterschiedlichen Ansprechstellen und Unterstützungsangebote für Studierende inner- und außerhalb der JGU zu kennen. Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

Juni 2016  – Diversität als Lehrgegenstand

Diversität hat nicht nur methodisch-didaktische, sondern auch inhaltliche Implikationen. So kann die Vermittlung von Diversity-Kompetenz durchaus Lehrgegenstand bzw. Lernziel sein. Immanent ist das Diversitätsthema u.a. in der Humanmedizin, in den Lehramtsstudiengängen, in den therapeutischen Lebenswissenschaften, Erziehungswissenschaften, etc…Eine kritische Reflexion der jeweiligen Fachinhalte vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung mag aber durchaus auch weniger offensichtliche Anknüpfungspunkte ergeben. Die Berücksichtigung von Diversität findet also nicht nur auf der unmittelbaren interaktiven Ebene zwischen Lehrperson und Studierenden, sondern auch vor dem Hintergrund ihrer Vorbereitung auf ein Leben in (beruflichen) Kontexten, in dem Vielfalt selbstverständlicher Teil der gesellschaftlichen Realität ist, statt.

Auf inhaltlicher Ebene kann sich diversitätsorientierte Lehre aber auch in einer Themenauswahl äußern, die verschiedene Perspektiven einbezieht, in einem interdisziplinären Blick auf den Lehrgegenstand oder in der kritischen Reflexion der eigenen Wissenschaftsgeschichte in Hinblick auf eurozentristische Deutungsweisen.  Auch der Grad der thematischen Mitbestimmung, den Sie Ihren Studierenden beispielsweise bei der Auswahl ihrer Referats- und Hausarbeitsthemen einräumen, kann auf inhaltlicher Ebene zu einer diversitätsorientierten Lehrveranstaltung beitragen.

Mai 2016 – Spielregeln

In heterogenen Studierendengruppen existieren häufig kulturell-, sprach- und sozialisationsbedingt unterschiedliche Erwartungen an die Lehrveranstaltung, das Lernen an einer Universität im Allgemeinen sowie differierende Erfahrungshintergründe. Um alle Studierenden bestmöglich einzubinden und Irritationen auf beiden Seiten zu vermeiden, lohnt es sich zu Beginn des Semesters gemeinsam sach- und interaktionsbezogene Spielregeln festzulegen.

Welche Erwartungen in Hinblick auf z.B. eine regelmäßige Teilnahme, wissenschaftliche Standards, die mündliche Beteiligung, Prüfungen, etc. haben Sie an Ihre Studierenden? Deckt sich diese mit der Erwartung Ihrer Studierenden? Wie ist Ihre Lehrveranstaltung aufgebaut? Welche Ergebnisziele sollten am Ende des Semesters erreicht sein?

Die Kommunikation klarer Regeln schafft Transparenz und kann bewirken, dass z.B. Studierende, die nicht mit dem akademischen Milieu vertraut sind oder in einer anderen Lernkultur sozialisiert wurden, besser integriert werden können. Auch der Umgang untereinander, sowohl mit Ihnen als Lehrperson als auch in der Gruppe, sollte thematisiert werden. Wie definieren Sie Ihre Rolle als Lehrperson? Wie werden Entscheidungen getroffen? Welche Rahmenbedingungen sind Ihnen besonders wichtig? Reflektieren Sie mit den Studierenden, welche Arbeitsformen die Partizipation aller Studierenden erlauben und wie eine faire Diskussionskultur gestaltet werden kann? In einigen Lernzusammenhängen kann es auch sinnvoll sein, sich bezüglich problematischer Lehrinhalte auf eine gemeinsame Handlungs- bzw. Interventionsstrategie zu verständigen.

April 2016 – Diskriminierungsfreie und diversitätsgerechte Sprache und bildliche Darstellungen

Die Diskussion um eine diskriminierungsfreie und diversitätsgerechte Sprache wird gelegentlich als ermüdend und lästig empfunden. In der Tat ist eine reflektierte, präzise und Vielfalt abbildende Sprachpraxis aber Ausdruck einer Werthaltung, die durch Toleranz, Offenheit und Gerechtigkeit geprägt ist und hat letztendlich Vorbildcharakter. Deshalb lohnt es sich, in Ihren Lehrveranstaltungen auf einem diversitätsgerechten und diskriminierungsfreien Sprachgebrauch zu bestehen. Hier haben wir einige Leitfäden und Anregungen zum Thema zusammengestellt.

März 2016 – Willkommenskultur

Eine offene und transparente Darlegung der organisatorischen Rahmenbedingungen, der inhaltlichen Anforderungen der Lehrveranstaltung und Ihrer Erwartungen an die Studierenden zu Semesterbeginn ist die Grundlage für ein inklusives Lernklima. In einigen Fällen kann es sich auch anbieten, die Erwartungen Ihrer Studierenden abzufragen bzw. sie zu ermutigen, Sie durch Feedback kontinuierlich zu unterstützen. Versuchen Sie auf ausgrenzende Bemerkungen (Nach dem Semester sitzt nur noch die Hälfte von Ihnen hier; entweder man geht arbeiten oder man studiert) zu verzichten. Signalisieren Sie den Studierenden, dass Sie ansprechbar sind und wecken Sie ihre Aufmerksamkeit für die zahlreichen Unterstützungsangebote rund um den student-life-cycle. Sorgen Sie aber dafür, dass niemand gezwungen ist, sich vor der gesamten Gruppe mit einem Problem zu offenbaren. Hilfreich kann es auch sein, sich zu Semesterbeginn im Rahmen einer Vorstellungsrunde einen Eindruck davon zu verschaffen, wer an Ihrer Lehrveranstaltung teilnimmt. Das befördert nicht nur die Vernetzung der Studierenden untereinander, sondern gibt Ihnen auch die Möglichkeit, die Potenziale Ihrer Studierenden schneller zu erkennen. Erkundigen Sie sich bei der betreffenden Person, sollte Ihnen die Aussprache eines Namens unklar sein.

Februar 2016 – (Selbst)Wahrnehmung

Diversitätsbewusstes Verhalten setzt u.a. die Bereitschaft voraus, sich selbst, sein Denken und Handeln zu hinterfragen.

  • Wie würden Sie Ihre eigene Prägung hinsichtlich Vielfalt, Unterschieden und Gemeinsamkeiten beschreiben (soziokulturelle Herkunft, Nationalität, Geschlecht, körperliche Beeinträchtigung, Fachkultur….etc.)?
  • Welche Vor- und Nachteile haben sich für Sie daraus ergeben?
  • Wie würden Sie die Sicht auf Ihre Studierenden beschreiben?
  • Mit welchen Diversitätsaspekten haben Sie bereits viele Erfahrungen sammeln können – mit welchen eher weniger?
  • Haben Sie an sich schon einmal festgestellt, dass z.B. bestimmte Verhaltensweisen, das Aussehen, die Sprache…Ihrer Studierenden in Ihnen bestimmte Annahmen/Bilder wecken?
  • Welche Unterschiedlichkeitsaspekte sind für Sie ein „rotes Tuch“ und warum?