Zusammensetzung der Studierendenschaft der JGU

Die Daten der zweiten Diversitäts-Studierendenbefragung werden aktuell ausgewertet und in Kürze hier veröffentlicht.

 

Hinsichtlich der Zusammensetzung der Studierendenschaft liegen lediglich bezüglich der Diversitätsdimensionen Geschlecht, Alter, Nationalität und Hochschulzugangsberechtigung valide Daten vor. Für das Wintersemester 2013/14 verzeichnete die Abteilung Planung und Controlling insgesamt 36.028 Studierende.

Geschlecht:
männlich 14.893 (41,3%)                 weiblich 21.135 (58,7%)
Alter:
Das durchschnittliche Alter der Studenten beträgt 26, das der Studentinnen 25 Jahre
Nationalität:
Im Wintersemester 13/14 studierten an der JGU 4.008 Personen mit ausländischer Nationalität. Dabei handelt es sich sowohl um Austauschstudierende, als auch Studierende, die einen kompletten Studiengang an der JGU absolvieren. Dies entspricht einem Anteil von 11,1%
Hochschulzugangsberechtigung:
Hinsichtlich des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung (HZB) der Studierenden der JGU ergibt sich ein recht heterogenes Bild. Von den im Wintersemester 13/14 an der JGU eingeschriebenen Studierenden haben 27.777 (77,1%) eine allgemeine Hochschulreife an einem Gymnasium erworben. Neben dem Zugang über eine ausländische HZB (8,2%) erwarben Studierende ihre HZB an Gesamtschulen (4,9%), Fachgymnasien (4,1%), über eine Zwischen- oder Abschlussprüfung an der FH (1%), an Studienkollegs (1 %), Abendgymnasien (0,6%), als Beruflich Qualifizierte/r (0,9%), an Kollegs (0,9%), an Berufsoberschulen (0,8%) und über sonstige Zugangswege. Mit einer allgemeinen Hochschulreife studierten im Wintersemester 13/14 96,2%, mit einer Fachhochschulreife 0,05% und mit einer fachgebundenen Hochschulreife 3,7%.

 

Um einen dezidierteren Blick auf die Zusammensetzung der Studierenden der JGU zu gewinnen, wurde im Sommer 2014 eine Online-Studierendenbefragung durchgeführt. Alle Studierenden wurden per E-Mail zur Teilnahmen an der Befragung eingeladen. 2.796 Studierende (8%) beteiligten sich an der Umfrage. Die hier dargestellten Ergebnisse beruhen auf einer durch das ZQ erstellten Häufigkeits-, Zusammenhangs- und Regressionsanalysen (Lübbe, Holger: Diversity an der JGU, Mainz 2014).Bericht_Diversity

Finanzierung:
Universitätsweit beziehen 23,2% der Studierenden BAFöG. Zwischen 50% und zwei Dritteln der Studierenden gehen während der Vorlesungszeit einer Beschäftigung nach und studieren damit de facto in Teilzeit. Dabei variiert die Anzahl der Stunden, die Studierende in der Vorlesungszeit einer Erwerbstätigkeit nachgehen mehrheitlich zwischen 5-10 h/Woche (25,1%), 10-15 h/Woche (27,7%), 15-20h/Woche (16,4%), 20-25 h/Woche (11,8%)
Behinderung/chronische Erkrankungen:
Der Anteil Studierender mit einer körperlichen Behinderung beträgt 0,8% bei 2.796 Nennungen. Der prozentuale Anteil von Studierenden mit einer chronischen Erkrankung beträgt 4,6%. Dazu kommen Fälle, in denen sowohl eine körperliche Behinderung als auch eine chronische Erkrankung vorliegen. An einer psychischen Erkrankung leiden 8,9%. Die Einschätzung der Beeinträchtigung des Studiums durch eine vorhandene psychische Erkrankung wurde mehrheitlich als stark (41,9%) bis sehr stark (14,1%) beschrieben. Die Einschätzung der Barrierefreiheit an der JGU wurde mittelmäßig bewertet (3, bei 1=sehr schlecht und 5 sehr gut).
Bildungshintergrund:
Insgesamt ist bei 2.778 Nennungen der höchste Bildungsabschluss der Eltern bei 10,4% der Befragten eine Promotion bzw. Habilitation, bei 36,6% ein (Fach-) Hochschulabschluss, bei 17,8% das Abitur oder eine sonstige Fachhochschulreife, bei 22,9% die mittlere Reife und bei 9,7% der Volks- oder Hauptschulabschluss. Studierende der Medizin haben besonders häufig Eltern, die über einen Hochschulabschluss verfügen.
Sexuelle Orientierung:
Insgesamt geben bei 2.785 Nennungen 4,4% der Befragungsteilnehmenden an homosexuell zu sein; 5,2% bisexuell; 0,8% queer; 1,8% geben eine andere sexuelle Orientierung an.
Migrationshintergrund:
16,6% der Teilnehmenden haben mindestens ein Elternteil, das eine andere Staatsangehörigkeit als die deutsche hat. Bei 20,4% ist mindestens ein Elternteil im Ausland geboren.
Betreuung/Pflege:
4,7% der Teilnehmenden haben mindestens ein Kind, für das sie die Betreuungsverantwortung übernehmen, positiv. 2% der Befragungsteilnehmenden geben an, Familienangehörige zu pflegen. Ein sehr geringer Anteil hat sowohl Kinder als auch pflegebedürftige Angehörige. Die Vereinbarkeit von Studium und Familie/Kinderbetreuung wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Befragung eher schlecht bis mittelmäßig bewertet.
Diskriminierungserfahrungen:
Rund 70% der Studierenden haben in Bezug auf die in der Befragung vorgegebenen Kategorien nie Diskriminierungserfahrungen an der JGU erlebt oder beobachtet. Bei jenen, die Diskriminierungserfahrungen gemacht haben, steht die Diskriminierung auf Grund von Aussehen und Geschlecht im Vordergrund, gefolgt von Alter, nicht akademischem Hintergrund und Armut. Ebenfalls signifikant wirken sich fehlende Zeit für das Studium, das Vorhandensein einer Behinderung/chronischen Erkrankung und eine andere sexuelle Orientierung als Heterosexualität auf die Häufigkeit der Diskriminierungserfahrungen aus.
Anerkennung/Wertschätzung:
Die Studierenden wurden neben Diskriminierungserfahrungen außerdem gefragt, inwieweit sie sich von Lehrenden, Kommilitoninnen und Kommilitonen, Service- und sonstigen Beschäftigten wahrgenommen; toleriert/akzeptiert; wertgeschätzt/anerkannt; gefördert/unterstützt; abgelehnt/bloßgestellt fühlen. Die Ergebnisse sollen hier für die Kategorie wertgeschätzt/anerkannt vorgestellt werden. Hier ergibt sich ein disparates Bild hinsichtlich der Wertschätzung/Anerkennung seitens der Lehrenden, des Verwaltungspersonals und der Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie in Bezug auf die einzelnen Fachbereiche. In mindestens drei Fachbereichen fühlen sich lediglich 50 % der Studierenden von Ihren Lehrenden wertgeschätzt/anerkannt. Zwischen den Studierenden ist dieses Empfinden etwas ausgeprägter, wenn auch hier signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Fachbereichen bestehen. Von den Verwaltungs- und Servicemitarbeiterinnen und –mitarbeitern fühlen sich Studierende am wenigsten anerkannt/wertgeschätzt.
Studienerfolg/Sicherheit eines erfolgreichen Studienabschlusses:
Die bisher erbrachten Studienleistungen werden von den Befragungsteilnehmenden überwiegend positiv bewertet. Die Prozentzahl derer, die sich als schlecht bis sehr schlecht einschätzen, liegt in allen Fachbereichen unter 10%. Die überwiegende Mehrheit der Befragungsteilnehmenden ist sich sicher, das Studium erfolgreich abzuschließen. Studierende ausländischer Herkunft bzw. einer anderen Kulturzugehörigkeit, beruflich Qualifizierte, Studierende aus bildungsfernen Schichten, Studierende mit Betreuungsverpflichtungen und Singles beantworten diese Frage weniger optimistisch. Ein wichtiger Einfluss auf die Einschätzung der eigenen Leistung ist die Zeit, die Studierende für ihr Studium aufwenden.