Zusammensetzung der Studierendenschaft der JGU

Hinsichtlich der Zusammensetzung der Studierendenschaft liegen lediglich bezüglich der Diversitätsdimensionen Geschlecht, Alter, Nationalität und Hochschulzugangsberechtigung valide Daten vor. Für das Wintersemester 2016/17 verzeichnete die Abteilung Planung und Controlling insgesamt 32.667 Studierende.

Geschlecht:
männlich 13.316 (40,8%)                weiblich 19.351 (59,2%)
Alter:
Das durchschnittliche Alter der Studenten beträgt 25, das der Studentinnen 24 Jahre
Nationalität:
Im Wintersemester 16/17 studierten an der JGU 3891 Personen mit ausländischer Nationalität. Dabei handelt es sich sowohl um Austauschstudierende, als auch Studierende, die einen kompletten Studiengang an der JGU absolvieren. Dies entspricht einem Anteil von 11,9%.
Hochschulzugangsberechtigung:
Hinsichtlich des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung (HZB) der Studierenden der JGU ergibt sich ein recht heterogenes Bild. Von den im Wintersemester 16/17 an der JGU eingeschriebenen Studierenden haben 24212 (74,1%) eine allgemeine Hochschulreife an einem Gymnasium in Deutschland erworben. Den Zugang über eine ausländische HZB erwarben 8,9% der Studierenden. Über einen Zugang als Beruflich Qualifizierte/r studierten 509 (1,6%) Personen an der JGU. Dies sind bei rückläufigen Gesamtstudierendenzahlen 168 Personen mehr als 2014. Die Verteilung innerhalb der Befragung zeichnet erwartungsgemäß das Bild, dass die Anzahl der BQ-Studierenden im FB 04 am höchsten ist. Mit einer allgemeinen Hochschulreife studierten im Wintersemester 16/17 95,3%, mit einer Fachhochschulreife 0,1% und mit einer fachgebundenen Hochschulreife 4,5%.

 

Um einen dezidierteren Blick auf die Zusammensetzung der Studierenden der JGU zu gewinnen, wurden im Sommer 2014, sowie im Frühjahr 2017 Online-Studierendenbefragungen durchgeführt. Alle Studierenden wurden per E-Mail zur Teilnahmen an den Befragungen eingeladen. In 2017 beteiligten sich 3997 Studierende (12%) an der Umfrage. Die hier dargestellten Ergebnisse beruhen auf einer durch das ZQ erstellten Häufigkeits-, Zusammenhangs- und Regressionsanalysen (Kozlova, Margarita: Diversität an der JGU, Mainz 2017).

Finanzierung:
Zwischen 50% und zwei Dritteln der Studierenden gehen einer Beschäftigung nach, um ihr Studium zu finanzieren. Dabei variiert die Anzahl der Stunden, die Studierende in der Vorlesungszeit einer Erwerbstätigkeit nachgehen zwischen 1-10 h/Woche (23%) , 10-20 h/Woche (34%), 20-25 h/Woche (18%) und mehr. Nur 51% der Teilnehmenden bewerten ihre finanzielle Situation als gut bis sehr gut.
Behinderung/chronische Erkrankungen/psychische Erkrankungen:

0,7% der Befragten geben an schwerbehindert/behindert zu sein; 0,4% haben sowohl eine Behinderung als auch eine chronischen Erkrankung. 8% der Studierenden geben an, eine chronische Krankheit zu haben. Die Barrierefreiheit an der JGU bewerten 62% als mittelmäßig bis schlecht. 12% der Teilnehmenden geben an, eine psychische Erkrankung zu haben. Die Beeinträchtigung des Studiums durch eine psychische Erkrankung wird von 73% als mittelmäßig bis sehr stark beschrieben.

Bildungshintergrund:

Bei 50,1% der Studierenden verfügt mind. ein Elternteil über einen (Fach)Hochschulabschluss bzw. eine Promotion/Habilitation. Besonders häufig haben Studierende des FB 04 und 08 Akademikereltern (knapp 60%). Bei 19% der Befragungsteilnehmer/-innen ist das (Fach-)Abitur der höchste Bildungsabschluss der Eltern. Bei 30,9% der Teilnehmenden ist ein Haupt-/Realschulabschluss der höchste Bildungsabschluss der Eltern. 12% der Studierenden fühlen sich von Ihren Eltern im Studium schlecht bis gar nicht unterstützt, wobei die finanzielle Unterstützung ausgeklammert wurde.

Sexuelle Orientierung:

86,9% der Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmer bezeichnen sich als heterosexuell, 4,4% der Studierenden als homosexuell und 5,9% als bisexuell.

Migrationshintergrund:

7% der Befragten haben nur ein Elternteil mit deutscher Staatsangehörigkeit. Bei 8% der Befragten haben beide Elternteile keine deutsche Staatsangehörigkeit. Bei 25% der Studierenden ist mindestens ein Elternteil im Ausland geboren.

Betreuung/Pflege:

4,4% der Befragten haben neben dem Studium Betreuungsverpflichtungen für mindestens ein Kind. Mehr als ein Drittel hat mehr als ein Kind. Von den Teilnehmenden, die angeben Kind(er) zu haben, sind 11% alleinerziehend. 2,3% der Teilnehmenden geben an neben dem Studium Sorge für pflegebedürftige Familienangehörige zu tragen. Die Vereinbarkeit von Studium und Familie/Kinderbetreuung wird von 83% der „Betroffenen“ eher mittelmäßig bis schlecht bewertet.

Diskriminierungserfahrungen:

75% der Teilnehmenden haben an der JGU noch nie persönlich Diskriminierung erlebt. Die am häufigsten vertretenen Diskriminierungsmerkmale sind „Behinderung“ und „psychische Erkrankung“. Gefolgt werden diese von „Alter“, „Herkunft“, „Erwerbstätigkeit“ und einer anderen sexuellen Orientierung als heterosexuell. Geschlecht, Beziehungsstatus, Bildung der Eltern weisen keinen Zusammenhang mit Diskriminierungserfahrungen auf. Eine stabile finanzielle Lage verringert die Wahrscheinlichkeit einer Diskriminierungserfahrung. In Freitextfeldern konnten die Befragungsteilnehmenden Diskriminierungs-erfahrungen schildern, sie beziehen sich häufig auf Aussehen und Geschlecht, gefolgt von Alter, nicht akademischem Hintergrund und Armut .

Anerkennung/Wertschätzung:
Die Studierenden wurden neben Diskriminierungserfahrungen außerdem gefragt, inwieweit sie sich von Lehrenden, Kommilitoninnen und Kommilitonen, Service- und sonstigen Beschäftigten wahrgenommen; wertgeschätzt/anerkannt; gefördert/unterstützt fühlen. Die Ergebnisse sollen hier für die Kategorie wertgeschätzt/anerkannt vorgestellt werden. Hier ergibt sich ein disparates Bild hinsichtlich der Wertschätzung/Anerkennung seitens der Lehrenden, des Verwaltungspersonals und der Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie in Bezug auf die einzelnen Fachbereiche. In nur vier Fachbereichen fühlen sich über 50 % der Studierenden von Ihren Lehrenden mehrheitlich wertgeschätzt/anerkannt. Zwischen den Studierenden ist dieses Empfinden etwas ausgeprägter, wenn auch hier signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Fachbereichen bestehen. Von den Verwaltungs- und Servicemitarbeiterinnen und –mitarbeitern fühlen sich Studierende am wenigsten anerkannt/wertgeschätzt.
Studienerfolg/Sicherheit eines erfolgreichen Studienabschlusses:
Die bisher erbrachten Studienleistungen werden von den Befragungsteilnehmenden überwiegend positiv bewertet. Die Prozentzahl derer, die sich als schlecht bis sehr schlecht einschätzen, liegt im Durchschnitt dennoch bei 30%. Die überwiegende Mehrheit der Befragungsteilnehmenden ist sich trotzdem sicher, das Studium erfolgreich abzuschließen. Mit zunehmender zur Verfügung stehender Zeit bzw. stabiler finanzieller Lage wächst die positive Einschätzung des bisherigen Studienerfolgs. Die für das Studium zur Verfügung stehende Zeit ist für Menschen die einer Nebentätigkeit nachgehen, Kinder und pflegebedürftige Angehörige haben, einen langen Anfahrtsweg haben oder krank sind geringer. Als Gründe für den Zweifel am Studienerfolg werden mit 24% am häufigsten die Vereinbarkeit des Studiums mit Job/Familie genannt. Gesundheitliche Gründe spielen jedoch ebenso wie fehlende Betreuung und Unterstützung eine Rolle.